Teaching statement

deutsch/englisch

Lehre basiert meiner Meinung nach auf Empathie, Individualität, Selbstverwirklichung und Interdisziplinarität. Die dabei erworbene Bildung soll Individuen dazu befähigen ihre Potentiale als selbstbestimmte Menschen in einer Gesellschaft und einem Beruf hervorzubringen. Insbesondere in der Gestaltung ist Lehre immer auch mit Verantwortung und Achtsamkeit verbunden. Diese Sichtweise beruht auf meiner Überzeugung, dass Gestaltung die Handlungsweisen und das Leben von Menschen stark beeinflussen kann. Diese Überzeugung beeinflusst mein theoretisches und praktisches Verständnis von Gestaltung und ist stark mit meiner Lehre und meiner Forschung verbunden. Studierenden dabei zu helfen mit Erfolgen, aber auch mit Rückschlägen umzugehen um eine belastbare Gestalter- und Forscherpersönlichkeit zu werden, ist ein weiterer wichtiger Teil meiner Lehre. Diese ist allerdings nur mit einem Lehrer möglich, dessen Enthusiasmus ein authentischer Ausdruck seiner Selbstverwirklichung ist und für den Lehre ein essentieller Teil seiner Profession darstellt. Diesen Lehrer möchte ich für meine Studierenden gern verkörpern.

Menschen dabei zu unterstützen ein selbstbewusstes, kompetentes und verantwortungsvolles Mitglied einer akademischen und gestalterischen Gemeinschaft als auch der Gesellschaft als Ganzes zu werden, ist meiner Meinung nach ein zentraler Bestandteil einer universitären Ausbildung. Dies beinhaltet einerseits den Einbezug einer Forschungsgemeinschaft als Quelle der eigenen Inspiration aber andererseits auch das Einbringen der eigenen Expertise in diese – beispielsweise durch die freiwillige Tätigkeit als Gutachter im Rahmen von Konferenzen und wissenschaftlichen Journals. Aber auch andere Formate, die den Dialog mit der Gestaltungsgemeinschaft suchen, wie Ausstellungen oder Workshops, sind meiner Auffassung nach wichtiger In- und Output, den Studierende generieren sollten. Gestalter zu sein und als solcher zu handeln, ist ein wichtiger Beitrag, den zukünftige Gestaltungsstudierende in einer akademischen Gemeinschaft leisten können. Insbesondere die Fähigkeit offene Fragestellungen zu identifizieren, Dinge von einer anderen Perspektive zu betrachten und entsprechende Produkte und Dienstleitungen zu gestalten, die diese adressieren, ist dabei nur eine interessante Facette in der Gestaltung. Jedoch bedeutet Lehre für mich nicht nur die Weitergabe von Wissen. Als Lehrender ist es meiner Meinung nach meine Aufgabe, die intrinsische Motivation und die eigene Gestaltungsposition von Studierenden zu stärken. Studierende sollen in erster Linie die Möglichkeit erhalten ein selbstbestimmter und verantwortungsvoller Gestalter in einer Gesellschaft zu werden.

Für mich basiert eine Gestaltungslehre auf einem verantwortungsbewussten Einfluss und Beitrag innerhalb der Gesellschaft durch die Gestaltung von Dingen. Das Adressieren intrinsischer Motivation ist dabei ein wichtiger Bestandteil von Gestaltung. Daher sollten Gestaltungsstudierende lernen phänomenologische Methoden und Werkzeuge anzuwenden um die Lebenswelt von Menschen zu begreifen und ihnen mit Hilfe von Gestaltung zu helfen, persönliche Hürden zu überwinden. Menschen sollen dazu befähigt werden sich selbst zu verwirklichen. Solch ein tiefgreifendes Verständnis der Lebenswelt anderer bedarf Sympathie und Empathie. Eine erlebnisorientierte Gestaltung ist nur mit einem solchen Verständnis möglich. Jedoch geht eine erlebnisorientierte Gestaltung über das reine Verstehen und Beschreiben der Lebenswelt von Menschen hinaus – beispielsweise im Vergleich zu den Sozialwissenschaften. Studierende sollen dazu ermutigt werden genau diesen weiteren Schritt zu gehen. Durch das Materialisieren ihrer Konzepte, Interaktion und Erkenntnisse und die Konfrontation möglicher Nutzer mit ihren gestalteten Vorstellungen, erkennen Studierende den Einfluss von Gestaltung auf die Lebenswelt anderer. Genau in diesem Einfluss liegt die normative Kraft und die damit verbundene Verantwortung von Gestaltern. Dies erfordert Vertrauen, verständnisvolle und authentische Führung, die auf Neugierde, Verspieltheit und Pluralismus basiert. Dies versuche ich in meiner Lehre in jeder Hinsicht zu unterstützen und in meiner eigenen Arbeit selbst beispielhaft vorzuleben.